Vogelgrippe

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Vogelgrippe, H5N1, ist ein Subtyp der Influenza A.

Influenza, im Volksmund auch Grippe genannt, ist eine Infektionskrankheit des Menschen, die in der Schweiz in jedem Winter mit unterschiedlicher Heftigkeit zu Ausbrüchen führt. Der Erreger der Grippe ist das Influenzavirus. Von den verschiedenen Typen des Influenzavirus spielen Influenza-A- und Influenza-B-Viren beim Menschen eine wichtige Rolle.

Influenza-A-Viren, wozu auch die Vogelgrippe gehört, können auch Tiere infizieren.

Das Vogelgrippevirus H5N1 kommt bei Vögeln, insbesondere bei Hühnern und Wasservögeln vor. Die Krankheit wird deshalb auch als Vogelgrippe oder Geflügelpest bezeichnet. Die Vogelgrippe kann beim Geflügel zwei Erkrankungsformen auslösen:

  • Niederpathogene aviäre Influenza (low pathogenic avian influenza, LPAI): Die Infektion des Geflügels zeichnet sich durch einen milden Krankheitsverlauf aus – oft nur gekennzeichnet durch zerzauste Federn oder einen Rückgang der Eierproduktion.
  • Hochpathogene aviäre Influenza (high pathogenic avian influenza, HPAI): Nahezu 100% des erkrankten Geflügels sterben innerhalb sehr kurzer Zeit nach der Ansteckung.

Meist tritt das Virus in einer wenig pathogenen Form auf. Die derzeit zirkulierenden Virusstämme des Subtyps H5N1 gelten hingegen als hochpathogene Form der Vogelgrippe die in äusserst seltenen Fällen auch auf den Menschen übertragen werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Schweiz

Die Vogelgrippe, auch klassische Geflügelpest genannt, trat in der Schweiz Ende Februar 2006 zum ersten Mal bei Wildvögeln auf. Die Krankheit ist meldepflichtig.

Das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) hat für die Wintermonate 2006/2007 vorbeugende Massnahmen in Kraft gesetzt, um das einheimische Geflügel vor der Vogelgrippe zu schützen. Vom 15. Oktober 2006 bis zum 30. April 2007 ist die Freilandhaltung im Umkreis von einem Kilometer um die grösseren Seen und Flüsse im Mittelland verboten. Zudem wird die Überwachung der Wildvögel fortgesetzt. Diese vorbeugenden Massnahmen können bei Bedarf verschärft oder auch früher aufgehoben werden.

Zusätzlich hat das BVET anfangs 2004 einen Importstopp erlassen, welcher laufend der Lageentwicklung angepasst wird. Der Erlass verbietet die Einfuhr von lebenden Vögeln, Geflügelfleisch, Eiern und Geflügelnebenprodukten (z.B. Federn) aus allen betroffenen Regionen. Mit dem Importverbot schützt das BVET das einheimische Geflügel vor der Vogelgrippe.

Weltweit

Im Jahr 1997 wurde das Vogelgrippevirus erstmals bei Menschen isoliert. Bei diesem Ausbruch in Hongkong erkrankten insgesamt 18 Personen (Erwachsene und Kinder). In sechs Fällen verlief die Infektion tödlich.

Seit dem erneuten Ausbruch der Vogelgrippe in der Republik Korea im Jahr 2003 sind rund 258 Personen in mehreren Ländern erkrankt.

Die aktuellen Fallzahlen können auf den Internetseiten des BAG oder der Weltgesundheitsorganisation WHO entnommen werden.


Gefährlichkeit für den Menschen

Detaillierte Aussagen zum Krankheitsverlauf bei Vogelgrippeinfektionen lassen sich aufgrund der wenigen dokumentierten Fälle bisher kaum machen. Ganz generell kann eine Grippeinfektion beim Menschen ohne Symptome verlaufen, aber auch Erkrankungen unterschiedlicher Intensität verursachen; das Spektrum reicht von leichten Erkältungssymptomen bis zu schwerwiegender Lungenentzündung und zum Tod. Bei ansonsten gesunden Menschen sind Grippeerkrankungen zwar unangenehm, heilen in der Regel jedoch ohne Komplikationen aus.

Bei vielen Patienten mit einer H5N1-Infektion konnte ein schwerer klinischer Verlauf mit rascher Verschlechterung des Gesundheitszustandes beobachtet werden. Für rund die Hälfte der erkrankten Personen verlief die Infektion mit dem Vogelgrippevirus tödlich.

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