Pflanzen

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Biologisch gesehen bilden die Pflanzen (Plantae) ein eigenes Reich innerhalb der Domäne der Eukaryoten (Lebewesen mit Zellkern und Zellmembran). Es gibt rund 500'000 Pflanzenarten (Strasburger: Lehrbuch der Botanik für Hochschulen, 2002, S.10). Mit ihnen befasst sich wissenschaftlich die Disziplin der Botanik.

Pflanzen leben - im Gegensatz zu den heterotrophen Tieren und Pilzen - fast ausschließlich photoautotroph: Das heißt, sie stellen die zum Wachsen und Leben notwendigen organischen Stoffe mit Hilfe des Sonnenlichts durch Photosynthese selbst her (Phototrophie). Dabei nutzen sie als Kohlenstoffquelle ausschließlich Kohlenstoffdioxid (Autotrophie). Ausnahmen sind einige parasitische Pflanzen, die ihre Nahrung von anderen Pflanzen beziehen und im Laufe der Evolution ihr Chlorophyll (Blattgrün) verloren haben.

Historisch hat sich die Definition des Begriffs Pflanze gewandelt. So werden heute Photosynthese betreibende Prokaryonten wie beispielsweise die Cyanobakterien (Cyanobacteria) nicht mehr zu den Pflanzen gezählt. Dies gilt auch für eine ganze Reihe von Protisten-Arten, beispielsweise die Goldalgen oder Braunalgen. Auch die Pilze wurden ursprünglich mit zu den Pflanzen gezählt, obwohl man heute weiß, dass sie näher mit den Tieren verwandt sind. Sie werden mit den Tieren ein eigenes Reich gestellt (Opisthokonta).

Heute folgt man in der Biologie fast ausschließlich dem phylogenetischen System, das die Pflanzen anhand ihrer Abstammung systematisch gruppiert. Demnach gelten nur die Algenlinien mit Plastiden aus primärer Endosymbiose zu den echten Pflanzen (Plantae). Dazu gehören die Grünalgen (Chlorophyta), die Streptophyta (enthalten die Landpflanzen, die Schmuckalgen, die Armleuchteralgen und einige weitere Algenlinien), die Rotalgen (Rhodoplantae; nach Saunders und Hommersand 2004) und wahrscheinlich auch die Glaucocystophyceen. Chlorophyta (Grünalgen) und Streptophyta werden als Viridiplantae zusammengefasst. Alle Viridiplantae enthalten Chlorophyll a und Chlorophyll b und speichern die photosynthetisch produzierten Zucker in Form von Stärke in den Chloroplasten.

Die Zellwände dieser Organismen bestehen aus Zellulose.

Landpflanzen treten oft in charakteristischen Gruppen, den so genannten Pflanzengesellschaften auf. Pflanzen können durch Abgabe allelopathischer Stoffe auf andere Pflanzen einwirken.

Inhaltsverzeichnis

Systematik

Es ist zu beachten, dass die Unterteilung in Klassen, Abteilungen, etc. nicht nur einem ständigen Wandel unterworfen ist, sondern durch die damit etablierten Ränge heute auch als umstritten gilt. Vielerorts wird heute an einer ranglosen Taxonomie gearbeitet.

Reich Plantae

Unterreich Grüne Pflanzen (Viridiplantae)

Grünalgen (Chlorophyta)

  • Chlorophyceae
  • Trebouxiophyceae
  • Ulvophyceae
  • verschiedene polyphyletische Linien von beschuppten Flagellaten (vormals Prasinophyceae)


Grünalgen im weiteren Sinne und Landpflanzen (Streptophyta)

Unterreich Rotalgen (Rhodoplantae)

Cyanidiophyta

  • Cyanidiophyceae

Rhodophyta

  • Rhodellophytina
    • Rhodellophyceae
    • Compsopogonophyceae
  • Eurhodophytina
    • Bangiophyceae
    • Florideophyceae
      • Hildenbrandiophycidae
      • Nemaliophycidae
      • Ahnfeltiophycidae
      • Rhodymeniophycidae

(nach Saunders und Hommersand 2004)

Bedeutung für den Menschen

In ihrer Bedeutung für den Menschen unterscheidet man zwischen wildwachsenden Pflanzen, darunter auch die willkürlich so genannten Unkräuter, und Kulturpflanzen.

Zu den teils wild, teils kultiviert wachsenden Nutzpflanzen zählt man die Heilpflanzen (siehe auch Liste der Heilpflanzen) und die Küchenkräuter (siehe auch Kräuter). Bei Gewürzen handelt es sich meist um getrocknete Küchenkräuter (siehe auch Liste der Küchenkräuter und Gewürze). Kräuter für Aufgüsse und Tees werden sowohl frisch als auch getrocknet eingesetzt. Sehr häufig werden aromatische Pflanzen auch nur ihres Duftes wegen angepflanzt, wie es bei duftenden Blumen - insbesondere den Rosen - der Fall ist.

Substanziell genutzt werden auch die in der Regel rauscherzeugenden Drogenpflanzen, die oft zu den Giftpflanzen zählen.

Zierpflanzen werden dagegen aus ästhetischen Gründen angepflanzt; die meisten Zimmerpflanzen gehören in diese Kategorie, vernachlässigt man in geschlossenen Räumen angebaute Kräuter.

Anthroposophische Betrachtungsweise

Pflanzen sind Lebewesen und besitzen neben dem physischen Leib einen Ätherleib. Sie bilden das Naturreich der Pflanzen, welches sich vom Tierreich durch das Fehlen eines eigentlichen Astralleibes unterscheidet. Sie sind also nicht in dem Sinne beseelt wie Tiere und Menschen. Andererseits verfügen auch Pflanzen über eine Art Gruppenseele und haben damit auch Teil an der Astralität (siehe Astralleib der Pflanzen).

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